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IT&W-V10. 568 Beiträge, 441 Kommentare. Born May 2001, still going strong.

::: 07. March 2010

 :: Eine technische Fantasie 

1940 gestaltete der Regisseur Anton Kuttner aus Filmmaterial der zu Kriegsbeginn abgebrochenen Produktionen für die deutschen Science Fiction-Filme »Zwischenfall im Weltraum« und “Weltraumschiff 18” den 23minütigen Kurzfilm »Weltraumschiff 1 startet - eine technische Fantasie«:

Wir schreiben das Jahr 1963: das Raumschiff wird aus dem riesigen Zeppelin-Hangar in Friedrichshafen herausgerollt, und Tausende von Zuschauern - und das Fernsehen! - sind Augenzeugen,  wenn es per Katapult gestartet wird. »Weltraumschiff 1« fliegt zum Mond, umrundet ihn und kehrt wohlbehalten zur Erde zurück. Die Spezialeffekte sind absolut sehenswert und ihrer Zeit weit voraus.

In die höchst didaktischen Anfangssequenzen - man mußte den Zuschauern ja z.B. erst mal klarmachen, dass »da draußen« keine Luft ist - wurden Szenen von frühen Raketenexperimenten eingebaut: man sieht die Raketenautos von Max Valiers und Fritz von Opel oder den Start einer kleinen Flüssigkeitsrakete. Material aus diesem Film wurde dann 1957 in dem US-Jugendfilm »The Space Explorers« verwendet, der offenbar die Kids beeindrucken sollte, die sich gerade vom Sputnik-Schock erholten. Weitere Details zum Film findet man bei astronautix.com; bei archive.org kann man den Film in guter Qualität herunterladen (1,1 GB) [via The Cartoonist]

 von majo frühabends  1x Senf , 162x besichtigt |   aus: Neue Welten   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 01. March 2010

 :: The Maria Awards [updated] 

imageMaria Korolov, die IMHO beste Journalistin im OpenSim-Umfeld, hat die »Maria Awards« vergeben: die »Awards für die beste unternehmerische Nutzung virtueller Welten». So, without any further ado, hier ist - stellvertretend für alle anderen Preisträger - der Award für den »sexiesten Programmierer«:

es ist natürlich der weibliche Tim Berners-Lee unserer Generation, die Erfinderin des Hypergrid-Protokolls, mit dem unsere Avatare von einer virtuellen Welt zur nächsten hyperhüpfen können (hypersegeln geht übrigens auch, wie dieses Video zeigt), die Mutter der Diva Distro, der automatischen Gridmaschine: Diva Canto, bekannt auch unter ihrem RL-Namen Professor Crista Videira Lopes! Applaus, Applaus, Applaus!!!

[Update 2. März]: das kann kein Zufall sein: besagter Tim Berners-Lee, Erfinder des HTML und Begründer des World Wide Web, möchte mehr wissen über Cristas Hypergrid-Protokoll… ;)

 von Case zur Mahlzeit!  0x Senf , 152x besichtigt |   aus: Neue Welten   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 25. February 2010

 :: Rückschau auf die Welt von morgen 

1972 gingen visionäre Fernsehmacher davon aus, dass man im Jahr 2000 nur noch 25 Stunden in der Woche arbeitet und mit 50 Jahren in Rente geht. Das bestätigt das Gefühl, das viele Menschen haben: in diesen 40 Jahren ging es technisch sehr rasant nach vorne, aber gesellschaftlich und sozial sind wir teilweise hinter das Niveau des Jahres 1972 zurückgefallen. So ist das mit Prognosen - besonders wenn sie die Zukunft betreffen:

kueperpunk hat die halbstündige Sendung (hier in drei YouTube-Teilen) schon gesehen: »Wir werden Zeugen des Alltags eines deutschen Junggesellen im beginnenden 21 Jahrhundert. Sein Singleapartment ist hochmodern eingerichtet - was für die Macher nichts anderes bedeuten konnte, als das es aussieht wie eine hochmoderne Junggesellenbude aus dem Jahr 1972 - , er ernährt sich von Astronautennahrung, konsumiert ständig einen von rund 15 Fernsehkanälen, kommuniziert nur per Bildtelefon und erreicht seinen Arbeitsplatz per Schwebebahn und Mietelektroauto. Selbstverständlich arbeitet er in einem Rechenzentrum, das Daten verkauft – nein, nicht Google, aber zumindest erahnten die Filmemacher, wohin die Entwicklung geht. Informationen werden natürlich auf Magnetbändern gespeichert, während Programme nach wie vor per Lochkarte eingegeben werden. Mit ihrer Einschätzung des Stands der Computertechnologie und der Vernetzung liegt die Dokumentation um Lichtjahre daneben. Aber das Internet hat 1972 so gut wie niemand vorausgesehen.«

 von majo am frühen Nachmittag  2x Senf , 320x besichtigt |   aus: Neue Welten   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 22. February 2010

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 :: Nettes Geburtstagsgeschenk 

Die Zahl der Regionen in den Top 40 OpenSim-Grids hat laut Hypergrid Business seit Januar erneut um satte 16 Prozent zugenommen: von 6.918 im Januar auf 8.049 im Februar. OSGrid wuchs dabei alleine um 847 Regionen: hier kann jedermann seine auf dem eigenen Rechner laufende Sim kostenlos einklinken.

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Der Shooting Star des Monats ist freilich Open Neuland mit einem Sprung von 74 auf 188 Regionen. Ein nettes Geburtstagsgeschenk: in der Top 40-Liste nach Simanzahl rangiert Open Neuland inzwischen auf Platz 10.

P.S.: Bilder von der rauschenden Fete gestern abend folgen (dieses Scheiss-Flash macht mich wahnsinnig…! ;)

 von Case am Morgen  1x Senf , 289x besichtigt |   aus: Neue Welten   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 14. February 2010

 :: »Welt am Draht« auf DVD 

imageFassbinders »Welt am Draht« [wir berichteten] ist nun endlich in einer DVD-Fassung erschienen: die Welturaufführung der unter der Leitung von Kameramann Michael Ballhaus restaurierten Fassung läuft heute um 20 Uhr im Berliner Kino International; als DVD ist sie erhältlich ab dem 18. Februar.

»Welt am Draht« erzählt in über 200 Minuten die Geschichte des Informatikers Fred Stiller, der die Nachfolge seines Freundes Henry Vollmer in einem “Institut für Kybernetik und Zukunftsforschung” antritt. In diesem Institut wird ein neuartiger Supercomputer mit dem Namen “Simulacron” betrieben. Dieser erzeugt eine künstliche Welt, in der bereits fast 10.000 simulierte Menschen als Marketing-Tester leben. Um diese Menschen und ihre Aktionen so realistisch wie möglich zu gestalten, ist ein Betriebspsychologe mit dem Entwurf ihrer mentalen Eigenschaften beschäftigt. Henry Vollmer, der das Projekt zuvor betreut hat, scheint eine seltsame Entdeckung gemacht zu haben, die ihn zuerst den Verstand und dann das Leben gekostet hat. Weil Stiller einer der letzten war, der Vollmer lebendig gesehen hat, gerät er in den Kreis der Mordverdächtigten und beginnt Ermittlungen auf eigene Faust - die ihn auch in die simulierte Welt führen.

[weiterlesen bei Telepolis, via kueperpunk]

 von majo am späten Morgen  0x Senf , 180x besichtigt |   aus: Neue Welten   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 24. January 2010

 :: OpenSim wächst dreißigmal schneller als Second Life 

Die Gesamtzahl der Regionen (Sims) in den Top 40-OpenSim-Grids stieg im vierten Quartal 2009 von 5.613 auf 7.246: eine Wachstumsrate von 29 Prozent in drei Monaten, oder 177 Prozent auf das Jahr umgerechnet. Dagegen gab es in Second Life im vergangenen Dezember 23.900 Resident-Sims - ein Zuwachs von nur 6 Prozent gegenüber Dezember 2008. Bei gleichbleibendem Trend wird die Landmasse der OpenSim-Grids die von Second Life in etwa einem Jahr überholen.

imageWenn man allerdings die Nicht-Top 40-Sims, die hunderte von nicht-öffentlichen und die vielen tausend privaten Grids, die nur zum Teil in der Metaverse Ink-Suchmaschine gelistet sind, mitzählt, und eine weitere Beschleunigung der OpenSim-Entwicklung im Laufe des Jahres unterstellt, dann wird OpenSim noch im Jahre 2010 mehr Landmasse besitzen als Second Life. Der Grund ist klar: die Kosten für einen Sim in einem OpenSim-Grid liegen zwischen 0 Euro für eine eigene lokal gehostete Sim und - bei Open Neuland - 80 Euro für eine professionell gehostete Region. Ca. 210 Euro kostet dasselbe bei Linden Lab.

Dazu kommen Features, von denen man in SL nur träumen kann: wer eine Sim archiivieren will, kann ein Backup der gesamten Region auf die lokale Festplatte seines eigenen Rechners machen. Wer will, kann den Zugang zu seinem gesamten Grid auf bestimmte Usergruppen wie Studenten oder Mitarbeiter beschränken, oder aber sein Grid völlig frei zugänglich machen, mit Teleports von und zu anderen Grids [via Hypergrid Business].

Und wo das Land billig ist und die Möglichkeiten unendlich (und wo Indianer fehlen), da kommen nach den Pionieren auch die Massen. Ich glaube, man kann ohne Übertreibung sagen: OpenSim ist im Rückspiegel von Second Life aufgetaucht - und es setzt zum rasanten Überholen an. Eat dust, Linden Lab.

 von Case am frühen Morgen  0x Senf , 232x besichtigt |   aus: Neue Welten   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 19. January 2010

 :: Was wird aus Hypergrid? 

HyperGrid: die Hoffnung aller OpenSim-User auf Verlinkung aller OpenSim-Grids, so dass man per Teleport von einem zum anderen Grid hüpfen kann, wie man über Webseiten im Internet surft. Nachdem die Entwicklung längere Zeit keine sichtbaren Fortschritte mehr machte, schließt nun der wissenschaftliche Vorzeige-Grid ScienceSim alle HyperGrid-Teleports aus Sicherheitsgründen. Bisher sind zwar noch keine derartigen Fälle bekanntgeworden, aber es ist ohne weiteres möglich, dass per HyperGrid vernetzte Hacker-Grids Objekte stehlen oder löschen. »Die Sicherheitsprobleme mit HyperGrid sind gut bekannt«, so Mic Bowman, der leitende Intel-Entwickler, der ScienceSim unterstützt. Christa Lopes, IT-Professorin der University of California und Erfinderin des Hypergrid, vertreibt die vorkonfigurierte Diva Distro von OpenSim mit standardmäßig aktiviertem HyperGrid.

Allerdings existieren ähnliche Sicherheitsprobleme im WWW bereits seit Jahren, ohne dass dies dessen Wachstum und Fortschritt behindert hätte: das 3D-Web der Zukunft wird ebenso regellos, verrückt, unsicher und verlockend sein wie das heutige 2D-Web.

 von Case am mittelfrühen Morgen  0x Senf , 191x besichtigt |   aus: Neue Welten   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 17. January 2010

 :: Wo Enten hausen 

Meine Idee, eine Raumpatrouille-Sim zu bauen, läßt sich wohl nicht realisieren: als architektonisches Ereignis ist »Raumschiff Orion« eher dürftig. Die wenigen sichtbaren Gebäude sind einfach und primitiv, was natürlich an den knappen Produktionsbudgets damals liegt. Im Nachherein ist das TV-Kult, aber für ein 3D-Szemario, das für sich wirken müsste, reicht es mir nicht.
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Ganz anders läge da die Sache mit Duckburg (Entenhausen), erfunden 1944 von Carl Barks: hier existiert u.a. die Studienarbeit eines Städtebauers an der TU Braunschweig gibt, die unter dem Titel »Entenhausen – Fiktion oder Realität?« Fragen nachgeht wie »Ist Entenhausen eine ideale Stadt, Karikatur oder Utopie?« [via koewi.net]. . Es gibt natürlich bergeweise Bildmaterial zu Entenhausen, gelegen im US-Staat Calisota, und die internationale Fangemeinde hat exemplarische Vorarbeit geleistet - inklusive Fichtelgebirge und Schnabelweid. Und welchen Neuländer erinnern Sätze wie diese nicht auch an seine virtuelle Heimat Open Neuland:

»Die donaldistische Forschung, welche sich mit den von Carl Barks gezeichneten Berichten befasst, betrachtet die von ihm beschriebene Entenhausener Welt zwar als der unseren sehr ähnlich, jedoch grundsätzlich nicht mit dieser identisch (oder sind Sie schon einmal auf der Straße von einer Ente angesprochen worden?). Das Entenhausener Universum (auch stella anatium, lat. „Entenstern“ genannt) unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich von der uns bekannten Welt (Terra hominum, lat. „Erde der Menschen“). Neben etwas abweichenden Naturgesetzen und einer geringfügig anders gearteten Geographie fällt dem aufmerksamen Leser die außergewöhnliche Tierwelt stella anatiums auf, welche neben auch bei uns geläufigen Tieren eine Vielzahl bei uns bisher unbekannter Arten mit teils äußerst interessanten Eigenschaften beinhaltet (man denke hier nur an den glaszerschrillenden Schabrackenschriller oder die musikinteressierten Seeschlangen).«

 von majo am frühen Morgen  1x Senf , 321x besichtigt |   aus: Neue Welten   |   Permalink  | Lieber Case......

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