Der Senf zu: 3D-Web und OpenSim: Zugpferde für Hochleistungs-Computing [update]
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3D-Web und OpenSim: Zugpferde für Hochleistungs-Computing [update] vom 19. Nov. 2009 aus "News & Views"

imageDie Zukunft des HPC (High Performance Computing) liegt im 3D-Internet: Diese These stellte Intels Chief Technical Officer Justin Rattner am Dienstag in seiner Eröffnungsrede zur Supercomputing-Konferenz SC09 in Portland auf, der ältesten und wichtigsten Konferenz für die Avantgarde der größten und schnellsten Computer der Welt. Und: OpenSim diente als leuchtendes Beispiel…

Hochleistungs-Computing sei im Moment auf kleine Märkte beschränkt - aber buchstäblich die gesamte Welt könne davon profitieren, wenn das Supercomputing die Basis eines »Frameworks für Killer-Applikationen« bilde. Dieses Framework sei das 3D-Web, das von Cloud-Technologien und der HPC-Industrie getragen werde, so Rattner. Das 3D-Web werde nicht nur virtuelle Welten beinhalten, sondern weitere Interaktionsmöglichkeiten für die Menschen und Industrie-Platformen zum Test neuer Produkte. Rattner stellte OpenSim als interoperable 3D Internetplattform vor, holte zwei prominente OpenSim-Gastredner auf die Bühne und betonte die Notwendigkeit von Hypergrid-Reisen.

»Das 3D-Web bildet die Infrastruktur für Killer-Anwendungen, durch die das Wachstum des Hochleistungs-Computing gestärkt und die Forschungsleistungen erhöht werden», so Rattner. »Nach meiner Überzeugung ist nichts wichtiger für die langfristige Gesundheit der HPC-Industrie als die Entwicklung und weitreichende Benutzung von 3D Web-Technologien.«

imageRattner betonte die Notwendigkeit der Interoperabilität zwischen virtuellen Welten: eine der Herausforderungen sei es, das problemlose Reisen von einer virtuellen Welt zur nächsten sicherzustellen. Interoperabilität sei eine »kritische Notwendigkeit.« So wie das frühe Internet isolierte Dienste wie CompuServe oder AOL hinter sich gelassen habe, so müssten virtuelle Welten die Grenzen sprengen. »Wenn wir nicht zwischen den virtuellen Welten reisen können, bleiben wir in diesen umzäunten Gärten stecken, die eine Erinnerung an das Internet der späten 80er und frühen 90er Jahre sind.«

Justin Rattner stellte die 3D-Plattform OpenSim als die Plattform heraus, die bereits vorhanden ist und interoperable Welten ermöglicht. Als Anwendungsbeispiele holte er Shenlei Winkler, die Leiterin des Fashion Research Institute [wir berichteten] auf die Bühne, die in der OpenSim-Welt ScienceSim aktiv ist. Shenlei Winkler ist auch für große Installationen im ScienceSim und anderen OpenSim-Welten verantwortlich, die von Intel gehostet werden. Als zweite OpenSim-Protagonistin sprach Crista Lopes, die über das Hypergrid-Protokoll und die Möglichkeiten von Hypergrid-Teleports sprach: Crista Lopes (»Diva Canto«, Bild rechts) ist Informatik-Professorin und Erfinderin des Hypergrid-Protokolls. Die OpenSim Diva Distribution, eine freie, vorkonfigurierte Installation für OpenSim auf allen Rechnerplattformen vor oder hinter der Firewall, stammt ebenfalls von ihr.

Meine Einschätzung: natürlich muss man bei dem Gesagten die üblichen PR-Abstriche machen und berücksichtigen, dass hier massives Lobbying für die Supercomputerindustrie angesagt war - trotzdem wurde hier OpenSim auf eine bisher nicht erreichte weltweite Wahrnehmungshöhe gehievt. Nicht nur stellte Rattner das 3D-Web als zukünftiges zentrales Spielfeld für Supercomputing heraus, er zeigte auch, wie weit OpenSim technologisch bereits jetzt vor Second Life liegt. Nach dieser Rede sollte klar sein: die Zukunft gehört dem 3D-Web, und das 3D-Web gehört OpenSim.

[Update 21. Nov.] Heise: »Rattner wählte als neue Herausforderung, die möglichst viel Prozessorleistung erfordert, das 3D-Internet oder 3D-Web und stellte in diesem Zusammenhang den 3D-Application-Server OpenSim gemeinsam mit Professorin Crista Lopes vor.«


bisschen Senf dazu?

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