Der Senf zu: Memories of Felagund (13)
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Memories of Felagund (13) vom 27. Dec. 2008 aus "Geschichten aus Finis Terrae"

Von Janos Nibor (Lenwë Eledhwen), übertragen von Nose Mann, bebildert von Roko Johin

Kapitel 13 – Hass und Stolz

5. Februar 1907: Freunde waren Nilrem und Claudius nie. Von gelegentlichen Sticheleien abgesehen, ignorierte man sich, ging sich so gut es ging aus dem Weg. Dass der Schmied zur Hälfte Mensch war, hielt der Magier für abstoßend und gotteslästernd. Cornelius wiederrum verachtete ihn für die Grausamkeiten, die er seinen Versuchstieren antat. So fasste er, in einer recht alkoholhaltigen Nacht, den kühnen Plan, das Versuchsgnaar des Magiers zu entführen.

Reinhold, so hatte er es nach seinem Vater getauft, folgte ihm auch bereitwillig bis zur Schmiede. Zu dieser Zeit besaß das Tier zwar wieder ordnungsgemäß sechs Beine, dafür leuchtete sein Fell selbst in der Nacht grell rosa. Wieder ein Fehlversuch. Nilrem bemerkte den Diebstahl schon am nächsten Morgen, zerrte das arme Tier wild schimpfend wieder nach Hause, nicht ohne noch einmal auf der Brücke Halt zu machen und mit bedeutungsvollen Gesten die Insel des Schmiedes mit einem Fluch zu belegen. Aus den geplanten drei Jahren Dauerregen wurde allerdings ein kurzer, heftiger Regenschauer pünktlich alle drei Tage. Glück im Unglück, könnte man fast sagen.
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So war es auch kein Wunder, dass sich genau zu der Zeit, als der Schmied und der Elf im Dorf der Schaumama eintrafen, Gebris sich nicht an den Zauberer wendete, sondern an Dae, um seine Bitte vorzutragen. Beide wussten nur zu gut, dass Nilrem niemals freiwillig seine kostbaren Geräte dafür hergeben würde, das Sternensilber vom Stein aus dem All zu trennen.  Man musste ihn überlisten, und zwar so gut, dass er die komplizierte Prozedur selbst ausführte. Nur er hatte das Wissen dazu, und konnte mit den Gerätschaften wenigstens halbwegs umgehen.

Seine Frau Dae ihrerseits verfügte über die erstaunliche Gabe der Telepathie. Fast alle Schattenelfen besaßen sie; setzten sie geschickt gegen ihre Feinde ein, um sie zu täuschen, Dinge sehen zu lassen, die nicht da waren, oder andererseits, diese zu verstecken. Auch die Zweifarbigkeit der Augen war im übrigen bei dieser Elfengattung nicht ungewöhnlich, sondern galt als ein Zeichen besonderer Geistesstärke. Gebris hoffte, ihre Gabe nutzen zu können, zumal Dae hundert Gründe hatte, ihrem Mann eins auszuwischen. So wurde man sich schnell einig. Schon am nächsten Morgen, wenn die beiden Suchenden bis dahin mit dem Gestein zurückgekehrt waren, sollte es so weit sein. Als alles vorbereitet war, der große Steinkreis präpariert, fiel ihr Blick auf den südlichen Strand. Dort saß eine kleine, unscheinbare Gestalt, die sehnsüchtig aufs Meer hinaus blickte. Gebris wollte zu ihr gehen, doch Dae hielt ihn zurück. „Lass sie”, sagte Dae, “sie wird einen eigenen Weg finden“.

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