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frischer senf
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::: 04. January 2009
:: Memories of Felagund (18) Von Janos Nibor (Lenwë Eledhwen), übertragen von Nose Mann, bebildert von Roko Johin Kapitel 18 – Endgame - Teil 1 10. Februar 1907: Wo soll ich beginnen. Was.. was heute geschah – ich weiss, ich muss es beschreiben, zu Papier bringen… es ringen, nein, in mir ringen gerade tausend Gefühle darum, die Oberhand zu gewinnen – Trauer und Freude, Schmerz und Überraschung, Verwirrung und Erkenntnis - wie ein riesiger Schleier der sich plötzlich hebt, um mir einen kurzen Blick auf die Wahrheit zu gewähren. Der Reihe nach, ich darf nicht abschweifen. Der Grund, warum ich noch hier bin – noch hier sein darf - der Grund sind vermutlich diese Zeilen, nicht mehr. Also muss ich mich sputen, muss ich doch berichten, welch unglaubliche Ereignisse sich abspielten an diesem Tag. Es ging alles so schnell, aber nur langsam beginne ich vieles zu begreifen, einiges sicher auch erst, wenn ich es niederschreibe, wenn es alles noch einmal an mir vorbeizieht. Wie Sie sich erinnern, begann ich gerade damit, die Geschichte von Ly´ri und Morten zu Papier zu bringen. Diese muss ich nun leider schuldig bleiben, meine Zeit hier… vielleicht später einmal. Nun, bevor ich einen neuen Absatz beginne, habe ich mir es zur Gewohnheit gemacht, einmal tief durchzuatmen, alles von mir zu strecken, was von der ungesunden Schreibhaltung verspannt sein könnte und einen prüfenden Blick nach oben zu werfen, zum Netz der Spinne. Die letzten zwei Tage saß dort immer Anja, blickte mal gelangweilt, mal voller Interesse auf mein Niedergeschriebenes, nicht viel anders wohl als die werten Leser dieser Zeilen. In der rechten Ecke neben dem Ausgang stand mein Schwert. Gebris Schwert, um genau zu sein. Eine Leihgabe quasi, er hätte es mir sicher nicht verwehrt, wäre er noch am Leben. So nah, nur wenige Schritte, doch unerreichbar für mich in diesem Moment. Folglich wehrlos kauerte ich hinter dem Tisch und wartete auf das, was nun geschehen würde. Sie hatte den Korb gefunden, den ich unter dem Schrank versteckte, riss geschickt den Deckel auf und wühlte mit ihren Vorderbeinen darin herum. Plötzlich begriff ich, was sie vorhatte. Sicher waren es nicht die leeren Weinflaschen, die sie interessierten, nein, das Kästchen, mein Kästchen! Nur wenige Minuten nachdem ich hier, in diesem Buch darüber geschrieben hatte, entriss die Spinne mir das wertvollste, was ich besaß, das einzige was mir von meiner Martha geblieben war. Doch warum? Woher wusste sie… Keine Zeit nachzudenken. Ohne mich eines Blickes zu würdigen, kletterte sie nun wieder durch das große Loch im Dach, dieses mal aber nur auf sechs Beinen, denn die vorderen zwei hielten deutlich erkennbar das von Wachsleder umhüllte Kästchen fest. Darauf hatte sie es also abgesehen, nicht auf mich, nicht auf meine Unterlagen oder irgendwelche anderen Besitztümer. Endlich erwachte ich aus meiner Starre, rannte ihr wild entschlossen hinterher, doch nicht ohne mir das Schwert und den Nautilus vorher noch zu greifen. Dafür sollte sie büßen, dieses Mal war sie zu weit gegangen! Oben angekommen sah ich sie auf der kleinen Insel im See stehen, Ly´ris Insel. Wartete sie auf mich? Sowie ich auf sie zu rannte, setzte auch sie sich wieder in Bewegung, sprang auf den Rand der Klippen am See - und dann hinunter. Ich erhöhte mein Tempo, rannte eigentlich viel zu schnell über den glitschigen Baumstamm, der zur kleinen Insel führte, immer der diebischen Spinne hinterher. Ein falscher Tritt hätte in diesem Moment fatale Folgen gehabt. Kurz hielt ich inne, als ich vor der steinernen Nau stand. Immer noch und bis in alle Ewigkeit wachte sie dort über die gefangene Seele des Pha. Ihr Nautilus würde mir nun leider nichts mehr nützen. Wollte ich den Hang hinunter, war selbst das Schwert schon eine große Behinderung, ein mehrere Kilo schwerer Goldkringel allerdings - völlig unmöglich. So legte ich der wunderschönen Waldelfin den glänzenden Seelenfänger in ihre Hände zurück. Sicher war es nur Einbildung, dass ich in dem Moment ein leises „Danke“ hörte, als ich zum Abschied in ihre steinernen Augen sah. Doch zur Sicherheit und aus ganzem Herzen erwiderte ich es. „Ich habe zu danken!“ Dann lief ich weiter, sprang von der kleinen Insel hinüber zur Klippe und warf einen Blick nach unten. Das allerdings war mir heute egal, denn auf dieser flachen Stelle saß nun seelenruhig Anja, wartete wieder auf mich. Erst als ich begann, den Weg hinab zu wagen, sprang sie ebenfalls auf und kletterte geradewegs in den Berg hinein. Eine Falle, natürlich. Auch wenn mich zwanzig Jahre Einsamkeit und Elfenwein sicher nicht schlauer gemacht haben, musste es mir spätestens jetzt klar geworden sein. Sie wollte dass ich ihr folge und ich tat es bereitwillig. In der unerschütterlichen Absicht, sie für diese Tat von ihrem elendigen, ewigen Leben zu erlösen. Ganz egal was die hässliche Spinne vor hatte, mein Schwert und mein Zorn würden einen Ausweg finden! Er lag auf der Seite, das Gesicht halb im Sand vergraben, blutüberströmt. Deutlich kleiner als ich, aber kräftig gebaut, zumindest der Teil von ihm, der noch existierte. Fest umklammerte er noch sein Schwert, glänzend in der Nachmittagssonne, als wäre es gerade erst poliert worden. Die Brandung umspülte dessen Klinge, auf denen sich seltsame Zeichen befanden, kryptische Runen, kunstfertig hinein gearbeitet, bis kurz unter den Griff. Dort prangte ein Totenkopf, darunter zwei gekreuzte Knochen. Das Familienzeichen der Appa. Ein Makukke. Quelle: {quelle} | von Case zur Mahlzeit! 0x Senf , 876x besichtigt | aus: Geschichten aus Finis Terrae | Permalink | Liebe Redaktion...
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